Ich bin dann mal weg ...

Kosten

Da der Urlaub bald zu Ende geht, stellt sich natürlich die Frage nach den Kosten. Ich habe mal ganz grob überschlagen und eine Zahl im Kopf. Was glaubt ihr, was dieser 6 wöchige Urlaub gekostet hat, mit allen drum und dran. Auflösung gibt es dann, wenn ich wieder zuhause bin und die Zahlen aufaddiert habe. Also, haut rein - abstimmen kostet nichts :-)

Kosten

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Tag 36: Sightseeing in Christchurch

Heute morgen hat es bei der Auto-Rückgabe keine Schwierigkeiten gegeben. Es sind genau 3714 km zusammengekommen in 19 Tagen. Zusammen mit der Nordinsel (2852 km) sind es in 35 Tagen 6566 km.

Eine Apollo-Mitarbeiterin hat mich zum Flughafen gebracht, von wo aus ich mit dem Bus in die Stadt zurückgefahren bin. Man erreicht den Flughafen leicht und schnell (mit dem Auto 20 Minuten) und somit ist der Bus mit 7,50$ relativ günstig.

Um kurz vor 9 Uhr bin ich schon wieder an der Cathedral, um die sich hier alles dreht. Ich mache einen Stadtrundgang - vom Reiseführer empfohlen und komme u.a. durch Parks und ins Museum.

Fast jeden Tag um 13 Uhr kommt der Wizard (er hat ein schwarzes Gewand und einen Zauberhut auf), stellt sich auf eine Leiter als Rednerpult und zieht über alles her, was ihm gerade einfällt. Angeblich war er mal Soziologie-Professor.
Ich hatte Glück und der Wizard kam heute. Es war ziemlich lustig, denn er hat über Amerikaner, Kinder, Liebschaften, Bürokraten, Lügen, Religion und was weiß ich alles polemisiert - und das super lustig mit starken Gesten.
Nach einer halben Stunde hat er eine Bibelstelle scheinbar etwas unpräzise formuliert und ist über Jesus hergezogen und ein anderer Gottesredner, der auch scheinbar täglich an dem Platz ist, hat sofort eingegriffen und es entstand sogar ein Handgemenge, so dass die Polizei einschreiten musste. Als sich die Gemüter etwas beruhigten ging es nochmal eine halbe Stunde weiter. Ich habe auch Videos gedreht, die ich von hier aus leider nicht hochladen kann; aber es sind einige Bilder in der Galerie dabei.

Als ich später ins Hostel zurückkam, war ich noch nicht lange zurück und auf dem Bett gesessen, als plötzlich die Wände das Wackeln angefangen hat. Es war nicht schlimm, hat etwa 10 Sekunden gedauert und war genau um 16:44 Uhr. Es war eindeutig ein Erdbeben. Ich hätte geschätzt, dass es ein leichtes Beben war - ich hatte mich ja zu keiner Zeit irgendwie unsicher gefühlt - vielleicht 3.5 - 4 hätte ich geschätzt. Als ich später auf der Geoseite nachgeschaut habe, war tatsächlich um genau der Zeit ein Beben angegeben. Es hatte eine 5 auf der Richterskala!!!! Das hätte ich nicht gedacht. Als ich dann in die Küche gegangen bin und zwei Leute gefragt habe, ob sie was gemerkt hätten, meinten sie: nö. Sie sind während der Zeit rumgelaufen. Interessant, denn wir hatten heute früh bereits eins mit 4.1, das ich auch nicht gespürt habe.

Als ich dann mit der Hostel-Managerin gesprochen habe, hat sie etwas von dem Stark-Beben von vor 6 Wochen erzählt: Da es Nachts war, haben die Meisten geschlafen. Man wurde aufgeweckt, durch einen ohrenbetäubenden Lärm, gemischt aus dem Erdbeben selbst, Gläser und Tassen, die zerbrochen sind, Kamine, die eingefallen sind (es sind immer wieder Steine aufs Dach gefallen, eine ganze Zeit lang), das Holzhaus hat durch das Wackeln natürlich Lärm verursacht, Gegenstände, die sich durch das Beben im Raum bewegt haben (Kühlschrank z.B. war in einem komplett anderen Zimmer) usw. Da wegen Brandgefahr sofort automatisch zentral für ganz Christchurch der Strom abgeschaltet wird, war es Stockdunkel (nicht mal Strassenlaternen waren an) und sie hat erzählt, dass sie versucht haben, sich im Raum zu bewegen und Unterschlupf zu finden durch Umhertasten. Das hat viele Leute verständlicherweise in Schock versetzt und viele klagen jetzt noch über Psychosen. Viele, so erzählt sie, erschrecken sich noch heute zu Tode, wenn z.B. ein plötzliches lautes Geräusch auftritt, weil sie an das Beben erinnert werden. Leute schlafen schlecht, weil die ursprüngliche sichere Oase - das Bett - jetzt nicht mehr sicher ist. Sie erzählt mir, dass sie von nun an immer eine Taschenlampe in Griffweite haben und auch Notrationen an Wasser neben dem Bett stehen haben. Es ist schon verrückt, wie eine Minute (so lange hat das Starkbeben gedauert) eine ganze Stadt verändern kann. Heute Nacht gibt es, so meinte sie, wieder eine Reihe kleinerer Beben auf das 5,0 heute. Das war bis jetzt immer so, dass ein schwereres Nachbeben mehrere kleinere zur Folge hat :-(

Nun soll es aber genug sein, denn Christchurch ist ansonsten eine tolle Stadt mit vielen Attraktionen.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Tag 35 - TranzAlpine

Von gestern gibts noch eine lustige Story: Hab ich nicht den Salzburger, den ich ein paar Tage zuvor in Twizel kennengelernt habe, mitten in Christchurch wiedergetroffen. Das gibts nicht. Das ist der Wahnsinn.

Naja, heute musste ich allerdings bald aufstehen, da ich um 7 Uhr zur TranzAlpine Tour abgeholt werde. Der Shuttle Service holt mich ab und fährt noch in er ganzen Innenstadt rum bis der Bus voll ist. Um 8:15 Uhr gings dann los, der Zug rollt mit vielen Touristen an Bord. Der Zug geht von Küste zu Küste - von Christchurch nach Greymouth und folgt teilweise der Autoroute.

Bei Darfield, wo das Epizentrum des schweren Bebens war und der Zug durchrollt, mussten wir ganz langsam drüberrollen, da das Gleisbett scheinbar noch nicht hundertprozentig repariert wurde. Der Zug windet sich hoch zum Arturs Pass auf über 700m und gibt immer wieder super Blicke auf Schluchten, Flüsse und Gebirge frei. Eine tolle Fahrt, denn wir hatten auch noch blendenden Sonnenschein, und zwar überall. Man hat einen festen Platz an einem 4er Tisch. Ich sitze bei zwei US-Amerikaner-Paar aus New York, wo sie die ganze Zeit an ihrem Amazon Kindle rumfummelt. Ich finde das Gerät gar nicht so schlecht, aber auf so einer Sightseeing Fahrt die ganze Zeit zu lesen - naja, jedem das seine. Die Amerikaner waren auch nicht sehr redefreudig (auch untereinander nicht) - zum Glück waren am Nachbartisch Neuseeländer gesessen, die cool waren. Sie waren aus Christchurch und haben leider bei dem Beben ihr Haus verloren. Nicht, dass das Haus beschädigt wurde, sondern der Untergrund ist jetzt instabil und das Haus muss abgerissen werden. Die US Amerikaner waren feine Leute und ich konnte es mir nicht verkneifen, sie zu fragen, ob sie mit dem Campervan unterwegs sind (ich wusste genau, dass die NICHT so reisen :-) ). Da hat sie sich ganz schön echauffiert - HaHa :-D

Man kann in dem Zug in ein Abteil gehen, das offen ist und als Aussichtsplattform dient. Dort habe ich mich meistens aufgehalten und mit einer Polin, die in Luxemburg lebt, angefreudet. In Greymouth angekommen, gehen wir ein Ründchen und trinken im Zug auf dem Rückweg Wein - Hicks. Witzigerweise hat sie exakt den gleichen Flugplan nach Frankfurt mit der gleichen Airline wie ich - nur einen Tag später. Sie ist also auch 18 Stunden in Seoul in einem Hotel. Ich habe zu ihr gesagt, sie soll unters Bett schauen - da hinterlasse ich ihr eine Nachricht (wenn sie ins gleiche Hotel/ins gleiche Zimmer kommt :-D ).

Montag, 11. Oktober 2010

Tag 34 - Hanmer Springs und Christchurch

Da ich gestern vergessen habe, die thermischen Quellen zu fotografieren, bin ich nochmal hingefahren und habe das nachgeholt. Vom Wetter her war gestern ja alles dabei, als ich in den Pools gelegen bin: Sonnenschein, Regen, Hagel und Schnee!!! Der Wind hat wohl gedreht von Nordwest auf Südwest und kommt somit vom Pol und sofort kühlt es ab und bringt schlechtes Wetter. Der Wahnsinn.

Drei der Thermalpools kommen ungefiltert von den heißen Quellen und werden lediglich in der Temperatur etwas begrenzt. Die Folge ist, dass die etwas schwefelhaltig riechen, dafür aber über 40 Grad erreichen.

Neues Thema. Eines ist in Neuseeland ganz wichtig: Alternativen zu kennen. Auf dem Plan stand heute eigentlich nochmal auf die Wal-Tour in Kaikoura zu gehen. Bevor ich losgefahren bin, habe ich in Kaikoura angerufen und gefragt, ob die Touren heute stattfinden. ALLE Touren wurden heute gestrichen, meinte sie, weil die See zu rau ist. Also muss ich umdisponieren. Als Alternativ-Programm habe ich mir die TranzAlpine Tour ausgesucht. Ein krönender Neuseeland-Abschluss, da er einen Streifzug durch das ganze Land erlaubt und für morgen herrlichster Sonnenschein im ganzen Land vorhergesagt wird. Die TranzAlpine Tour ist eine Küste-zu-Küste Zugfahrt von Christchurch nach Greymouth und wieder zurück über den Arthurs Pass.

Das Ziel ist also für heute Christchurch, wo ich gegen Mittag aufschlage. Wäre in dem Backpacker, wo ich ab morgen bin, noch etwas für heute freigewesen, so hätte ich das Auto bereits heute abgeben können. Es war aber voll belegt, so dass ich das Auto erst Mittwoch früh (bis 9 Uhr möglich) abgebe. Ich komme in einen (noch schöneren) Backpacker 3 Strassen weiter unter (10 Minuten zu Fuss in die Stadt :-) ). Perfekt.

Ich laufe ziellos in der Stadt umher, um mir einen Überblick zu verschaffen. Es sind viele Strassen gesperrt, insbesondere aber viele Fußgängerwege, wo man sich nicht sicher ist, ob vielleicht doch noch was einstürzt. Es sind eigentlich ausschliesslich Gebäude mit Backsteinen betroffen, scheinbar ältere Gebäude. Manchmal sieht man, wie z.B. ein gemauerter Kirchturm zwar noch steht, aber abgestützt wird, um Folgeschäden zu vermeiden. Die meisten Gebäude sind allerdings komplett unbeschädigt. Teilweise sind auch Teile einer Strasse gesperrt, wo nichts eingestürzt ist, aber Tiefbau-Arbeiten erledigt werden müssen, wie z.B. Rohre etc. Im Grossen und Ganzen schaut es aber sehr aufgeräumt und organisiert aus. Ich habe einige Bilder von teilweise beschädigten Gebäuden hochgeladen. Es soll aber dabei nicht der Eindruck erweckt werden, dass es überall so aussieht - das Gegenteil ist der Fall. Diese beschädigten Gebäude sind Einzelfälle mit großzügigen Absperrungen. Ganz schlimm hat es die Manchester Street erwischt - scheinbar waren hier viele alte Gebäude. Teilweise ist diese Strasse komplett gesperrt.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Tag 33 - Akaroa, Christchurch, Hamner Springs

Die Rundreise geht eigentlich heute zu ende, da sich der Kreis bei Christchurch schließt. Was ab morgen folgt ist Kür. Am Dienstag muss ich das Auto abgeben (heute ist Sonntag) - ich bin also ganz gut durchgekommen :-)

Gestern noch hat mir der Hostel-Eigentümer (er stammt aus Christchurch und ist erst wenige Tage hier auf der Halbinsel) Tipps gegeben zu Verhaltensweisen bei Erdbeben. Rauszugehen vor die Tür ist das Schlechteste, was man machen kann, da sehr viele Kamine einfallen/eingefallen sind und die Gefahr, von einstürzenden Trümmern getroffen zu werden, weit grösser ist, als dass das ganze Haus einfällt. Das Beste, was man machen kann, ist entweder unter einen Türstock zu stellen oder unter einen Tisch zu krabbeln. Nur wenige alte Häuser, die mit Backsteinen gebaut wurden, sind komplett zusammengefallen so meinte er. Die Regierung hat seit Jahrzehnten Auflagen für Neubauten, die Wirkung gezeigt haben. Mit den Feuer-, Wasser-, Blitz-Regeln, die ich von Gonzo mit auf dem Weg bekommen habe und er von Kind auf gelernt hat, sollte also gar nichts passieren. Die Nachbeben kleiner 5 sind hier in Akaroa gar nicht zu spüren, so meint er.

Am Vormittag steht der Rückweg von der Banks Peninsula auf dem Programm, und zwar werde ich die Insel über die Summit Road verlassen, die sich auf dem Gebirgskamm hoch oben entlangschlängelt. Eine Strasse mit hohem Sightseeing-Faktor. Die Otago Peninsula war schon fganz nett; diese Halbinsel ist aber um längen besser, denn die Aussichten auf Akaroa und die Berge waren Spitze. Die Halbinsel bietet noch verschiedenste schöne Strand-Buchten, die mehr oder weniger einfach zu erreichen sind. Ich fahre allerdings zu keiner von ihnen, sondern verlasse die Halbinsel über die SH75 wieder.

Kaum hat man die Halbinsel verlassen, geht es schon wieder hoch auf die nächste Summit Road, die sich am Rand eines versunkenen Kraters hoch oben entlangschlängelt und man einzigartige Blicke auf Christchurch mit dem dahinterliegenden Alpengebirge bekommt. Man muss aber bei allem Sightseeing verdammt auf die Strasse aufpassen, da zig Runner, Mountain-Biker und Rennradler unterwegs sind. Viele lassen ihre Mountain-Bikes hochkarren um dann nur das Downhill-Abenteuer zu geniessen, und zwar über freies Gelände und nicht auf der Strasse.

Diese beiden Strassen von Banks Peninsula und dann über die Summit Road nach Christchurch kann man nicht genug empfehlen. Das war klasse.

Die Strasse endet/mündet schließlich in Sumner, einem Strand-Vorort von Christchurch. Es ist ein herrlicher Ort, der zwischen zwei abgeschirmten Hügeln liegt - die Häuser am Hang hingebaut und alles blüht. Wirklich sehr nett und einige teure Häuser sind hier auch zu sehen.

Nach ein bisschen Sightseeing verlasse ich Christchurch (es hat just das Regnen angefangen) wieder Richtung Hanmer, wo es Thermale Quellen gibt. Plan war, hier im Thermalbad morgen den letzten Tag zu relaxen. Als ich in Hanmer ankomme, war das Wetter so schön, dass ich gleich ins Bad gegangen bin.

Ich treffe eine Frau aus Christchurch, die wegen des Bebens hierherziehen musste - diese Woche wird entschieden, ob ihr Haus abgerissen wird. Ihr Grundstück war nach dem Erdbeben über einen Meter breiter und der Spalt, der sich aufgetan hat, war mit Schlamm gefüllt. Sie war ganz aufgelöst (verständlicherweise), dass ihr Hab und Gut, wo sie soviel Geld und Zeit investiert hat, zerstört ist. Sie ist aber versichert, meinte sie. Als sie bei dem schweren Beben aufgewacht ist, dachte sie, es wäre ein Tier auf dem Dach, das ziemlichen Lärm macht. Es grummelte immer lauter und die Wände wackeln, dass alles kracht - eine ganze Minute lang. Leider war die Frau mitten in der Falte und hat wahrscheinlich einen Schock fürs Leben weg. Als ich ihr erzählt habe, dass ich ab übermorgen in Christchurch bin, meinte sie nur: mutig.

Ich treffe einen weiteren Neuseeländer, dessen Tochter in Christchurch lebt und nächste Woche heiratet. Ich frage ihn auch, wie es in Christchurch zur Zeit aussieht: er meinte nur: nicht zu schlecht. So unterschiedlich sind die Meinungen zu dem Thema.

Samstag, 9. Oktober 2010

Tag 32 - von Twizel nach Banks Peninsula

Gestern hatte ich noch einen Traveller aus Salzburg getroffen. Auf meine Frage, ob er österreichische oder neuseeländische Berge bevorzuge, meinte er: leichtes Plus für NZ. Ha.

Ich habe Twizel nicht zufällig als Übernachtungsort ausgesucht: Es gibt mir die Möglichkeit, am nächsten Tag noch einmal einen Blick auf Mt Cook (von der Ferne) zu erhaschen. Jedoch war es wie gestern: man hat nur den unteren Teil gesehen. Nächster Stopp war also Lake Tekapo. Der Plan war, entweder dort oder nicht weit davon zu übernachten, denn an diesem (auch wieder) türkisfarbenen Gletschersee gibt es einige schöne Tracks. Auf den Weg dahin hat es leider das Regnen angefangen und nicht nur das, es war sogar Hagel und Schnee dabei!!! Also habe ich die alte neuseeländische Regel ausgepackt: 10 Minuten warten. Ich gehe einen Kaffee trinken und es hat in der Tat aufgehört, aber immer noch bewölkt und A.... kalt. Ich laufe beim ersten Wanderweg hoch zum Mount John los, wo auch ein riesen Observatorium auf dem Gipfel gebaut wurde (angeblich liegt Lake Tekapo ziemlich genau auf dem 45. Breitengrad und ist deswegen besonders gut geeignet für die Observierung des Himmels - keine Ahnung warum, denn es ist hier doch bestimmt 200 Tage im Jahr bewölkt :confused: ). Nach 5 Minuten komme ich an einem Thermalbad vorbei und seheLeute nackt umherlaufen und Spaß haben. Ich denke an Hirschaid (an die Sauna) und was ich jetzt in der Kälte drum geben würde, dort zu sein. Mist. Das hat mir den kompletten Antrieb zum Wandern genommen. Ich beschliesse, nicht auf den Berg zu wandern, sondern mit dem Auto zu fahren - Haha :-D

Oben angekommen (es führte eine enge, super steile Strasse hoch) hatte man wirklich einen klasse rundum-Blick auf sowohl die Berge als auch auf den türkisfarbenen See. Es ist auch ein Cafe da und ich trinke dort der Aussicht wegen noch einen Cappuccino :-) Die Wolkendecke hat sich auch immer mehr zurückgezogen - einen Blick auf Mt Cook kann ich trotzdem nicht erhaschen. Da es noch nicht allzuspät war, beschliesse ich, weiterzufahren und nicht in Lake Tekapo zu übernachten. Ich habe mir gleich Akaroa auf Banks Peninsula vorgestellt, eigentlich der Stopp von morgen.

Man cruised so durch das Alpenvorland und es macht echt Spaß. Ich weiß nicht, ob es was vergleichbares in Europa gibt, aber die Strasse führt tatsächlich in vielleicht 20 km Abstand parallel zum Gebirge. Sagenhaft - auch mit Wolken. Über den Burkes Pass verlasse ich schließlich das Voralpenland und nähere mich der Küste. Irgendwann kommt man zur SH75 - einzige Zu- und Abfahrt zur Banks Peninsula, das wahnsinnig gebirgig ist, wie man hier sieht. Es sind absolut schwarze Wolken über der Halbinsel, als ich hingefahren bin und ich dachte nur: oh-oh. Wetterfrosch meints nicht gut mit mir, bin stehen geblieben und habe das Wetter für morgen abgerufen. Früh ist es schön - ab mittag Schnee. Schnee?? Eeeek. Bis 300 m schneits. Temperaturen um die 5 Grad. Da laust mich doch der Affe. Ich fahre trotzdem hin.

Ich überquere einen Berg und es passiert was, was für Neuseeland einzigartig ist: Es klärt auf. Über Akaroa ist bald drauf keine einzige Wolke mehr. Akaroa ist so ein super klasse nettes schönes Städtchen mit 1000 Einwohnern (und wahrscheinlich 3 mal soviel Touristen). Ich kann noch den späten Nachmittag dort genießen und bekomme super Fish'n'Chips.

Freitag, 8. Oktober 2010

Tag 31 - Mount Cook

Als ich heute früh aufgestanden bin, blickte ich in vier enttäuschte Chinesenaugen. Auf meine Frage, was los ist, meinten sie: schlechtes Wetter und sie wollten heute beim Mt Cook wandern. Ich habe ihnen erklärt, dass das Wetter hier (es war alles zugezogen) ein Anderes ist als in den Bergen - ob sie es verstanden haben, weiss ich nicht (mit Asiaten sprechen ist immer schwierig :-( ). Mein Ziel war heute auch Mount Cook, der höchste Berg in Neuseeland mit immerhin 3754 m. Der heutige Besuch ist fast auf der anderen (Ost-) Seite von Franz-Josef und Fox Gletscher.

Die Chinesen (12 Tage in Summe in Neuseeland) fahren um 8 los, ich 1,5h später - so ist das, wenn man so lange schon hier ist :-D

Erster Stopp ist ein Staudamm, mit dem in Neuseeland ein grosser Anteil Strom erzeugt wird. Das Wasser des Flusses hat eine ganz komische grüne Farbe. Ich habe nachgelesen, woher das kommt: vom sog. Gletschermehl, ein feiner Abrieb, den die Gletscher aus dem Gestein der Alpen schaben. Einfallendes Sonnenlicht lässt das Wasser dann türkis erscheinen. Sowas.

Zweiter Stopp ist in Twizel an der heutigen Unterkunft, wo ich schonmal einchecke. Die heutige Unterkunft ist mit Oldbones nicht zu vergleichen und fast genau so teuer. Das ist echt eine Ramsch-Bude - kein BBH sondern YHA. Reingefallen. Ist aber nur eine Nacht, was solls.

Mittlerweile hat sich das Wetter auch etwas aufgeklärt und der Nebel ist verschwunden - allerdings hängen immer noch Wolken in den Bergen. Der Autor des Reiseführers bezeichnet die Anfahrt zum Mount Cook als Augenweide - ich kann mich nicht so sehr begeistern - vielleicht wegen den Wolken, vielleicht weil ich Berge kenne?? Vielmehr ist der See neben der Strasse mit seiner türkisenen Farbe viel interessanter.

Am Mount Cook angekommen konnte ich nur ein paar Schritte gehen und plötzlich hat es zugezogen und blieb so. In den Bergen hier habe ich einfach kein Glück. Es fing auch an zu regnen.

Glücklicherweise gab es aber in dem Dorf ein 3D Kino, wo man sich den Gletscher anschauen konnte :-) Der Tag war gerettet, denn hier wurde auch in einem Planetarium Theater Sternenfilme gezeigt.

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Tag 30 - von Duniden nach Oamaru

Heute stand ein Road-Trip auf dem Programm, wo alles dabei war: Strand, Landschaft, Stadt, Tiere, Botanik, klasse Backpacker, etc.

Zunächst habe ich in Dunedin die Highlights angefahren, die ich gestern nicht zu Fuss erreicht habe. Z.B. das Universitätsgelände, das riesig ist. Irgendwo müssen die über 20.000 Studenten ja auch hin :-)

Im botanischen Garten habe ich mich nicht allzulange aufgehalten, da man solche bei uns auch besichtigen kann. Von einem Lookout-Point hatte ich diese herrliche Sicht über die Stadt Dunedins und über die Halbinsel.

Weiter gings zur steilsten Strasse der Welt, die es mit 38% Steigung ins Buch der Rekorde geschafft hat. Allgemein ist Dunedin auf vielen Hügeln gebaut und es sieht ein bisschen so aus wie in San Francisco.

Dann gings langsam weiter Richtung Oamaru. Auf einer Strasse um den Mount Cargill herum hat man immer wieder tolle Ausblicke auf die Halbinsel. Auf halbem Wege kommt man zu den Moeraki Boulder. Dies sind Steinbälle, die am/im Meer liegen. Keine Ahnung, wie die da hingekommen sind.

Es ging weiter nach Oamaru, und zwar zum Backpacker Old Bones. Dieser steht mit einem 96% Rating ganz oben auf der Liste aller Backpacker. Der Backpacker ist echt klasse - direkt am Meer gelegen. Ich lade morgen ein paar Bilder hoch. Das nenne ich mal Luxus. Es gibt zwar keine Mehr-Betten-Zimmer, wo man nur ein einzelnes Bett mieten kann, sondern nur Doppelzimmer, die entsprechend höher im Preis sind. Da (noch) kein Mensch da war und relativ wenig los ist zur Zeit, gibt sie mir das Zimmer für 35$. Man hat auch freies WLAN :-)

Ich ziehe weiter nach Oamaru. Ein klasse Städtchen, wie aus dem Bilderbuch - fast 13000 Einwohner. Das ist mein Favorit an Städten. Es gibt eine sehr nette Hauptstrasse. Wie ich gelesen habe, wird hier ein recht weicher und deswegen leicht zu bearbeitender weisser Stein abgebaut, der schnell austrocknet und richtig hart wird, aber edel weiß aussieht. Deswegen sind hier viele Gebäude mit Säulen verziert. Es gibt auch eine deutsche Bäckerei mit deutschem Brot. Leider schon geschlossen, sonst hätte ich mir einen Laib Schwarzbrot gekauft und eine Göttinger :-)

Auf gehts zu den Pinguinen. Hier in Oamaru gibt es zwei Sorten: Die Yellow Eyed Pinguine, die um 18 Uhr vom Meer kommen und ins Nest gehen und die Blue Pinguine oder auch Zwergpinguine genannt, die erst um 20 Uhr ins Bett gehen. Von den ersteren kann man fast gar nichts erkennen, da die Aussichtspunkte so weit weg sind, dass man nur schwarze Punkte erkennt. Da lohnt sich nicht mal das Bild hochladen.

Von Zweiteren durfte man gar nicht fotografieren. Es watscheln kleine winzige Pinguine vom Strand hoch in ihre Nester und stossen ab und zu komische Geräusche aus. Die Pinguine sind aber nicht nur in dem abgesperrten Spotting Bereich rumgewatschelt, sondern überall, wie ich beim Wegfahren gemerkt habe. Hier habe ich ein Video hochgeladen, das die Pinguine ganz gut zeigt. Das Video muss noch etwas zurechtgeschnitten werden, aber von hier aus sollte es genügen. Click.

Update zum Tongariro Crossing: Ich habe ein Video hochgeladen, das am Ende des Beitrags zu finden ist.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Tag 29 - Otago Peninsula und Dunedin

Um Punkt 8 Uhr verlasse ich die Trauminsel. Kurz vorher hat es auch das Regnen angefangen. Ich war also mal wieder zur richten Zeit am richtigen Ort. Die Überfahrt war diesmal nicht ganz so heftig.

Es ging nach Dunedin. Ich kann mich an die Aussprache dieser Stadt irgendwie nicht gewöhnen: "Danieden" mit gaaanz langem "ie".

Nach dem Einchecken habe ich mir erstmal die Halbinsel Otago vorgenommen, wegen der wohl die meisten nach Dunedin kommen. Auf dieser Halbinsel gibt es Albatrosse (die ich leider nicht besichtigen konnte, weil diese brüten), Pinguine, Seelöwen etc. Die Insel kann aber auch mit schönen Buchten und schönen grünen Hügel, die an die Nordinsel erinnern, trumpfen. Es war ganz nett.

Danach habe ich mir noch Dunedin angesehen: Die Stadt ist etwas grösser als Erlangen und hat auch wie Erlangen viele Stundenten (über 20.000 sollen es sein). Trumpfen kann die Stadt u.a. mit ihrem Bahnhofsgebäude, der als einer der schönsten weltweit gilt und anderen Sehenswürdigkeiten.

Tag 28 - Stewart Island

Ich werde verrückt - Was für ein Tag war das denn heute wieder? Stewart Island stand nicht mal auf meiner ursprünglichen Liste und hat sich zu einem echten Highlight entwickelt. Das Wetter war wieder grandios, aber lausig kalt: Ich musste Nachts 3 Schichten anziehen...

Die Halfmoon-Bay bildet das touristische Rückrat von Stewart Island: Hier in diesem Dorf gibt es alles, was man braucht. Strom wird von Dieselgeneratoren erzeugt, der auch gerne mal ausfällt, wie ich heute morgen gemerkt habe.

Ansonsten ist fast die komplette Insel zum Nationalpark erklärt worden und es durchziehen die Insel ganz viele Wanderwege - alle von Halfmoon-Bay startend. Ich laufe 3 Wanderwege mit je 2-3 Stunden, einer schöner als der andere. Die Strände hier sind nicht ganz so schön, wie die des Abel Tasman dafür hat allerdings Stewart Island etwas, was der Abel Tasman nicht hat: Vögel. Dafür ist dieses Naturschutzgebiet eben bekannt und man hört beim Wandern Vogelgesänge, die man nie zuvor gehört hat. Immer wieder kommt man zu sagenhaften Buchten oder Aussichtspunkten hin, manchmal schroffe Klippen, manche sanfte Strände. Der Hammer war dieses smaragdgrüne Wasser.

Ich treffe Leute aus Christchurch, die hier Urlaub machen. Gestern erst hat es schon wieder ein stärkeres gegeben mit 5 auf der Richerskala gefolgt von einem 4,2 Beben. Es gibt 5-10 Beben am Tag in Christchurch - die meisten fühlt man aber nicht, so meint sie. Wenn man sie fühlt, dann richten diese kleineren Beben auch immer wieder Schäden an, da es bereits Vorschädigungen an den Gebäuden gibt.

Hier gibt es aber auch sehr viele Sandflies, die sind wie bei uns die Moskitos, nur kleiner, in ganzen Schwärmen und total bissfreudig. Ich habe schon ganz viele Stiche von den Biestern.

Der Megahammer war aber dann noch die Kiwi-Tour. Die ging um 19 Uhr los. Wir wurden mit dem Boot ein Stück weit gebracht, wo die Wahrscheinlichkeit, Kiwis zu sehen, am grössten ist. Auf dem Weg dorthin konnten wir diesen Sonnenuntergang verfolgen. Cool. Die Kiwis sind nachtaktiv und lungern gerne am Strand rum, um Futter zu suchen. Wir werden vom Boot auf ein Schlauchboot umgesetzt, das uns an den Strand bringt. 3 mal musste er mit dem Schlauchboot hin und herfahren, bis alle Leute am Strand waren. Dann gings durch pechschwarze Nacht mit Taschenlampen ausgerüstet durch den Regenwald. Ein beklemmendes Gefühl. Irgendwann kommen wir an einen anderen Strand raus und entdecken frische Kiwispuren im Sand. Nicht lange hat es gedauert, bis wir den ersten sehen durften. Die Bilder sind nicht besonders gut geworden, da es schwierige Verhältnisse waren, ich habe allerdings auch ein Video machen können. Es ist schon witzig, wie die Kiwis da am Strand rumwuseln. Auf dem weiteren Weg haben wir noch ein Kiwi-Paar entdeckt, was äusserst selten ist. Neben den Kiwis gab es aber noch ein anderes Highlight for free dazu: Eine sternenklare Nacht. Das war echt der Hammer. Ein US-Amerikaner hatte ein Fernglas mit und wir konnten nahe von der Sonne angestrahlte Himmelskörper sehen. Unbeschreiblich. Teilweise haben sich die Leute mehr für den Himmel interessiert als für die Kiwis :-)

Tag 27 - auf dem Weg nach Stewart Island

Schweren Herzens habe ich mich heute von den Bergen verabschiedet. Früh ging die Sonne auf und hat die Berge mit ihren Schneespitzen rot eingefärbt. Wir konnten dies von unserer Unterkunft aus sehen: ein herrlicher Anblick. Nach einem Tag wie den gestrigen muss man sich erst mal wieder motivieren, was Neues zu unternehmen. Besser geht es nicht und so hat mir heute der Antrieb trotz Sonnenschein gefehlt. So ein Wetter wie gestern in den Sounds ist selten, überhaupt im Frühjahr. Im Sommer soll es wohl doch ab und an vorkommen - so meinte der Skipper. Dennoch hat die Boots-Crew auch immer wieder selbst Bilder geschossen....

Ich habe den Wetterbericht für den Süden der Südinsel geprüft und morgen wird es dort schön. Deswegen heißt die Station heute Stewart Island oder kurz vor Stewart Island in Invercargill. Da die Fahrt dorthin nur 2,5 Stunden dauert, kann ich hier in den Bergen nochwas unternehmen - ich gehe ein Stück den beliebten, aber wegen Schnee und Lawinengefahr immer noch nicht komplett begehbaren Kepler-Track (normalerweise eine 3 Tages-Wanderung). Ich treffe am Anfang der Tracks eine Travellerin aus Nord-England, die auch nur einen Teil laufen will. Perfekt, so ist wenigstens für Unterhaltung gesorgt. Nach ca. 1 Stunde bin ich dann umgedreht, da der Track nur durch Wald ging und ich eigentlich Berge sehen wollte. Ich könnte noch ein anderes Teilstück des Kepler-Tracks gehen, aber ich hatte keine Lust - es fehlte der Antrieb. Anstatt habe ich mich zu zwei Neuseeländern an einen See gesetzt und Kaffee und Kuchen dort abgestaubt und den Blick auf den See mit den dahinterliegenden Bergen genossen.

In Invercargill angekommen bin ich ins iSite gestiefelt und hole mir Informationen über die Fähre nach Stewart Island, die 3. Neuseeland-Insel und über den Backpacker, wo ich unterkommen wollte. Was soll ich sagen: Das erste mal bin ich auf Auslastungs-Probleme gestossen - das hätte ich von Stewart Island nicht gedacht. Der Backpacker war ausgebucht für diese Nacht, und die Fähre nach Stewart Island morgen früh ausgebucht. Ich weiche also in einen anderen Backpacker aus und nehme die Fähre heute um 17 Uhr. Wenigstens hat es mit der Kiwi-Tour morgen geklappt - eine Tour, die bis 23 Uhr dauert und auf der man mit hoher Wahrscheinlichkeit Kiwis sieht (es ist so wie bei den Walen in Kaikoura :-) )

Die Fähre geht von Bluff aus. Der Ritt über die offene See nach Stewart Island war ganz schön heftig. Eine Stunde hat er gedauert und wir hatten 3 m hohe Wellen - sogar bei bis zu 6 m hohe Wellen dürfen sie auslaufen. Der Fast-Food, den ich mir noch kurz vorher einwerfen konnte, hat es im Magen ein paar mal umgedreht, aber er blieb, wo er war. Puuh. Der Fährenritt ist auch nicht ganz billig: 65$ die einfache Fahrt.

Auf Stewart Island angekommen stelle ich fest, dass Vodafone die Insel nicht versorgt und ich kein Netz und somit kein Internet zur Verfügung habe. Ich habe es zu spät gemerkt, denn an der Rezeption hätte ich einen WLAN Voucher kaufen können - die Rezeption ist jetzt geschlossen :-(