Ich bin dann mal weg ...

Kosten

Da der Urlaub bald zu Ende geht, stellt sich natürlich die Frage nach den Kosten. Ich habe mal ganz grob überschlagen und eine Zahl im Kopf. Was glaubt ihr, was dieser 6 wöchige Urlaub gekostet hat, mit allen drum und dran. Auflösung gibt es dann, wenn ich wieder zuhause bin und die Zahlen aufaddiert habe. Also, haut rein - abstimmen kostet nichts :-)

Kosten

Donnerstag, 16. September 2010

Tag 10 - auf dem Weg nach Auckland

Das Kuh-Disaster von Gestern hat dafür gesorgt, dass ich heute Morgen in frische Klamotten schlupfen konnte, denn es hat mir Zeit gegeben zu waschen. Gestern habe ich noch zwei zauberhafte Australierinnen kennengelernt, die gemeinsam für 10 Tage auf Neuseeland-Sightseeing-Tour waren. Die Eine war 67, die Andere 65 Jahre alt. Als sie mich gefragt hat, wie sie eine Antwort im Facebook-Chat abschliesst (ja, sie hatten sogar ihren eigenen Notebook dabei) war ich vollends begeistert. Tolle Ladies.

Da ich wegen zwei ausgefallener Tage nun früher im Reiseplan dran war, dachte ich, ich besuche heute Raglan an der Westküste. Der Reiseführer schlägt eine Route vor zunächst nach Kawhia und dann an der Küste hoch nach Raglan. Es gibt auch unterwegs Einiges zu sehen: Zunächst die Natural Bridge - Wind und Wasser hat in den Felsen einen Bogen modelliert, den man nach einem 5 Minuten-Wanderweg besichtigen kann. Dann war da noch die Piripiri-Höhle. Wer schon in Pottenstein war, der kennt solche Höhlen. Aber niemand kennt sie, wenn er ganz alleine und auch noch ohne Licht da ist. Es war schon ein mulmiges Gefühl, in die Höhle einzutreten. Ich hatte eine Taschenlampe mit - war ja alles Stock-Dunkel. Dann gings weiter zu den Marokopa-Wasserfällen, die sich 20 m über den Fels nach unten schieben. Auf dem Weg nach Kawhia habe ich dann den Abzweig nach Raglan gesehen: Schotterstraße - Mist. Das hatte ich überlesen. 50 km Schotter will ich eigentlich nicht fahren - schon gar nicht bei dem Wetter und mit dem Auto. Ich fahre also erstmal nach Kewhia und da ist absolut nichts für Touristen. In einem Kaffee frage ich nach dem Weg nach Raglan, ob die Schotterpiste machbar ist. Sie haben mir geraten, aussen rum zu fahren - 60 km Umweg. Hmmm, da hatte ich plötzlich keine Lust mehr auf Raglan und wollte kurzerhand den Tag als Fahr-Tag nutzen und direkt ins Northland fahren. Unterwegs ist mir noch Matamata eingefallen - ich bin heute wirklich planlos in der Gegend rumgefahren - denn ich habe wirklich den Abstecher nach Matamata gemacht. In Matamata wurden Teile von Herr der Ringe gedreht, und zwar viele Szenen aus Hobbiton - nach der Fertigstellung der Filme wurde wieder alles zurückgebaut. Momentan sind die dort aber wieder fleissig am aufbauen, denn es soll ein neuer Teil gedreht werden, der in der Vergangenheit (vor den Herr-der-Ringe-Teile) spielt. Gestern hatte ich einen Backpacker getroffen, der die Tour in Matamata auch gemacht hat und begeistert war. Die Tour war auch nicht schlecht. Nur hatte ich leider kein Wort vom Guide verstanden: Er war glaube ich über 60 Jahre und hat gesprochen, als ob er vergessen hätte, sein Gebiss einzusetzen. Naja, jedenfalls musste ich eine Geheimhaltungs-Erklärung unterschreiben und habe damit bestätigt, keine Bilder zu veröffentlichen wegen des laufenden Set-Aufbaus. Einige Leute haben es troztdem gemacht und sind dafür mit einer Geldbusse bestraft worden :-( Also keine Matamata Bilder.... Es wurde dort wirklich gebaut ohne Ende - teilweise hat es ja wieder extrem stark geregnet. Den Bauarbeitern war dies scheinbar egal. Der Guide zeigt uns, wie alles aufgebaut wird und welche Liebe zum Detail hier herrscht. Einmal musste eine Mauer wieder eingerissen werden, weil 3 Steine, die im Buch genau beschrieben waren, nicht naturgetreu nachgebaut wurden. Es war echt interessant. Im Anschluss an die Tour hat man den Tourteilnehmern noch gezeigt, wie man Schafe schert. Keine Ahnung, was das mit der Hobbiton-Tour zu tun hat, aber auch das war interessant und lustig anzusehen, wie so ein Schaft geschoren wird.

Danach bin ich weiter nach Auckland gefahren. Dort angekommen bin ich auf den Mount Eden gestiegen - der höchste Hügel (stiller Vuklan) in Auckland, von dem man aus einen super Blick auf die Stadt hat. Es dämmerte und wurde dunkel. Ich konnte ein paar schöne Nachtbilder schiessen.

Mittwoch, 15. September 2010

Tag 9 - Die Unterwelt von Waitomo

Heute morgen regnet es gar nicht - das ist ungewöhnlich. Da das Highlight des Tages erst um 10 beginnt, gehe ich nochmal den Kurzwanderweg von gestern abend. Ein wirklich sehr hübscher Wanderweg durch tiefen Dschungel, wo man durch natürliche Tunnel kraxeln muss oder sieht, wie ein Fluss im Untergrund im Felsen verschwindet.

Dann ging es mit der Tour zu den Glühwürmchen los. Wir werden mit dem Bus bestimmt eine halbe Stunde zum Ausgangspunkt der ersten Höhle gekarrt. Mit an Bord: ein weiterer Deutscher (die Deutschen sind auf der ganzen Welt verstreut :-) , zwei Israeli und zwei aus England. Der Guide - ich habe den Namen vergessen - war ein typischer Kiwi. Was er gut konnte: Über Australier lustig machen. Der erste Teil der Tour war ziemlich uninteressant für uns Pottensteiner: Eine Tropfsteinhöhle, die nichts anderes bietet als unsere aus Pottenstein. Grösstes Highlight war der Guide, der echt lustig war. Nach der ersten Höhle gab es erstmal Kaffee und Cookies mit Small-Talk und weiteren Kiwi-Witzen.

Dann das eigentliche Highlight: Wir steigen in eine Höhle hinab, knipsen alle die Lichter aus und sehen, dass die ganze Decke voller dieser Glühwürmer hängt. Der Guide erzählt uns zig Stories. Ich weiß nicht, welche bzw. ob diese stimmen. Wir steigen in ein Schlauchboot, was an einem Seil gesichert ist. Das Seil zieht sich an unserem kompletten Weg entlang und ist an der Höhlendecke befestigt. Immer wieder schiebt der Guide das Schlauchboot weiter und sichert das Boot an dem Seil oben. Mittlerweile sehen wir so viele Glühwürmer, dass es aussieht wie in der Milchstraße. Das ist der beste Vergleich: Wie Sternenhimmel. Echt cool. Leider konnte man kaum Bilder schießen. Mit Blitz war der Leuchteffekt der Würmer weg und ohne Blitz hat es verwackelt.

Nach diesem Highlight wollte ich noch eine schöne Wanderung von Waitomo aus machen. Sie führte über diese immergrünen Hügel mit Wahnsinns-Aussichten. Man musste des Öfteren über Drahtzäune klettern. Abrupt wurde die Wanderung an einem Drahtzaun von heranstürzenden Kühen beendet. Man, war ich froh, dass ein Draht (ja es war genau EIN windischer Draht) zwischen den Kühen und mir war. Es waren bestimmt 40 Kühe - keine Ahnung, was die gegen mich hatten. Zwei "gscht" hat leider nix bewirkt. Vielleicht verstehen die nur Englisch :-)

Dienstag, 14. September 2010

Tag 8 - Mount Taranaki

Diesen Eintrag möchte ich beginnen mit: Neuseeland ist ein geiles Land. Die Reise hat heute einen Höhepunkt erreicht. Als ich heute Morgen aufwachte, war es noch dunkel. Ich konnte Sterne am Himmel erkennen, was die Chancen steigen lassen, gutes Bergwetter zu bekommen. Als ich nach dem Frühstücken die Farm verlassen habe, bin ich den 500m Schotterweg auf die Strasse gefahren und plötzlich ist da ein Berg :-) Collin meinte, er sei seit einer ganzen Woche hier und hat den Berg vlt. 5 Minuten gesehen, bevor er sich wieder in seine Wolkendecke gekuschelt hat. Wenn er das tut, dann sieht man nicht mal, dass ein Berg da ist.

Der Anblick war wirklich atemberaubend. Und das Beste: Es ist während meiner ganzen Wanderung so geblieben. Ich konnte den Nebenkrater ganz gut sehen, den ich erklimmen wollte und konnte auch genau sehen, dass da oben alles in Schnee gehüllt ist. Naja, jedenfalls fahre ich zum Visitor-Center von wo aus der Wanderweg beginnt. Der Weg selbst fürhrte erstmal durch dichten Regenwald - bestimmt eine 3/4 Stunde. Es war recht schlammig und die Pfützen tief und matschig. Irgendwann kommt man an ein kleines Unterstell-Dach vorbei. Da hat es ganz leicht getröpfelt. Die Folge war ein super Regenbogen. Man konnte bereits von hier schon super weit auf die grünen Hügel sehen. Danach gehe ich noch ca. eine halbe Stunde bergauf und geniesse dort die Aussicht, denn ganz hoch will ich nicht, da Schnee liegt und sich weiter oben auch Nebel gebildet hat. Aber auch von hier hatte man eine grandiose Aussicht. Nach bestimmt 20 Minuten Landschaft genießen mache ich mich wieder zum Abstieg.

Ich besuche noch kurz die Dawson Falls - ein Wasserfall, der 20 m in die Tiefe stürzt und fahre dann weiter Richtung Waitomo. Als ich mich nochmal zum Berg umdrehte, war er wieder komplett verschwunden. Ich hatte genau das 5 Stunden Zeitfenster erwischt, wo er zu sehen war. Die Fahrt nach Waitomo war zwar die erste halbe Stunde recht langweilig, dann gings aber wieder los - so wie gestern - Valley after Valley. Sagenhaft.

Zum Abschluss bin ich in Waitomo noch den Kurzwanderweg gegangen, und zwar als es dunkel wurde. Und tatsächlich konnte ich noch die Glühwürmchen entdecken. Das war mal ein perfekter Tag, der kaum mehr zu toppen ist.

Für morgen habe ich mich für die Spellbound Glowworm Tour eingebucht. Hoffentlich findet diese statt :-) Ab 4 Leuten geht die Tour - zwei sind schon angemeldet.

Tag 7 - Weg nach Mount Taranaki

Es gibt mehrere Möglichkeiten Von Tongariro an die Westküste zu kommen: Die Kürzeste ist der Forgotten World Highway, aber die Strecke ist nicht komplett geteert und deswegen zeitraubend. Dann gibt es noch die Route über Hamilton und die Route über Wanganui. Letztere wählte ich. Ich weiß nicht, wie oft ich Anfangs auf dieser Route den Scheibenwischer nachjustieren musste. Teilweise alle paar Sekunden - und das ist nicht übertrieben. 3 Stunden Autofahrt stehen an - die lange Fahrerei ist für mich das Schlimmste, wenn man Alleine reist: normalerweise super langweilig.

Aber diese Fahrt durch die immergrünen Täler hat sich als echtes Highlight herausgestellt und war total kurzweilig - einer der besten Autotouren, die ich je gemacht habe. Nach jeder Kurve hatte man einen (neuen) Blick in ein (neues) Tal und einen neuen Aha-Effekt. Es war einfach nur sagenhaft schön. So schlecht wie es auf dem Tongariro war, so toll war diese Fahrt nach Wanganui. Ich habe in jeder Bucht angehalten, die ich gefunden habe. Einige Fotos von den Ausblicken sind in der Galerie zu finden. Ich habe für die 80 km bis Wanganui ca. 2,5 h gebraucht, mit all den Stopps.

In Wanganui selbst war super Wetter (eigenes Mikroklima) und deswegen habe ich mir die Stadt ein wenig angesehen. Da ja mein Regenschirm heute kaputt gegangen ist, habe ich schnell Ersatz gebraucht und bin in Wanganui im Warehouse fündig geworden. Dann weiter nach Hawera. Die Landschaft ist zwar nicht mehr so atemberaubend, dafür scheint aber jetzt die Sonne auf die nassen grünen Hügel.

Mittlerweile hat es zu dämmern angefangen und ich habe keine Lust, im Dunkeln umherzukurven. Es gibt hier nur einen Backpacker mit Farmstay, den ich anpeile - zum Zelten ist es hier zu kalt. Dieser Backpacker ist so weit abseits vom Schuss: ich musste einen bestimmt 500 m langen, engen Schotterweg fahren. Dort habe ich Collin getroffen, ein Ire, der 1 Jahr nach Australien ausgewandert ist und nun keine Aufenthaltsgenehmigung mehr bekommt. Da er überhaupt kein Geld mehr hat, hat er für mehrere Wochen hier auf der Farm angeheurt und kann dafür umsonst wohnen. Er hat mir seine Story erzählt und wir haben bestimmt 20 Minunten Trainen gelacht, da er von Brisbane (Grosstadt) hierher in die Einöde kommt, wo es einfach nichts gibt - nichtmal einen Fernseher, so meint er. Internet ist zwar verfügbar und kostet 2 $ für 15Minuten, aber der Computer braucht schon 15 Minuten zum Booten und das Geld ist weg - und die Internetverbindung sowieso total langsam. Das, was er am Öftesten gesagt hat, war: "New Zealand is a disaster for me".

Tag 7 - Tongariro National Park

Für heute stand nochmal Tongariro National Park auf dem Programm, und zwar die Tama Lakes - eine 5Stunden Tour. Danach wollte ich direkt nach New Plymouth fahren - so der Plan (wenn man in Neuseeland überhaupt planen kann). Ich fahre also morgens in das Berg-Dorf mit dem lustigen Namen - Whakapapa (gesprochen: Faka-Papa :-) von dem aus die Wanderung zu machen ist. Je näher ich mich allerdings dem Berg nähere, desto zugezogener wird es und desto mehr regnet es. Im Visitor Center meinte die nette junge Lady, dass der erste Teil der Wanderung gut machbar ist (zu den Taranaki-Wasserfällen - breit ausgebauter Weg). Wenn ich dann die Leitpfosten, die den weiteren Weg markieren, aufgrund des Nebels nicht mehr erkennen kann, soll ich doch besser umdrehen. Ich stiefele also los - der Regen wird immer stärker. Die grösste Herausforderung des ersten Teils des Weges ist es, die teilweise mehrere Zentimeter tiefen Pfützen zu umgehen. Nach dem ersten Teil des Weges frage ich mich nun, ob ich weiterlaufen soll, wobei man die Lakes sicherlich nicht so sieht, wie bei schönem Wetter, sondern wahrscheinlich eher gar nicht. Trotzdem wollte ich mal in den Weg "reinschnuppern". Die erste Schwierigkeit nach 500m: Die Querung eines Flusses über herausragende Steine - der Fluss ist bestimmt 20cm tief. Ein Tritt neben einen Stein und ..... Ich habs geschafft, ohne nass zu werden - zumindest von unten, denn der Regen wurde (angepeitscht durch den immer stärker werdenden Wind) immer ungemütlicher. Ich entschliesse also, nicht weiterzugehen, da die Regenklammotten dem nicht gewachsen sind. Ich gehe also zurück und springe ohne Verluste wieder über den Fluss und komme zu den Taranaki Falls - einem Wasserfall, der 20m in die Tiefe stürzt. Der Wanderweg zurück ähnelt dem im Yosemite Park (Bridal Falls) und ist ganz nett. Zurück bin ich aber dermassen durchnässt, dass ich erstmal eine Suppe in einem Cafe gegessen habe, um mich wieder aufzuwärmen. Ich hätte noch einen weiteren Track gehen können, entschliesse aber, weiterzufahren, da es einfach keinen Spass macht, bei solch einem Wetter zu wandern. Ein echter Minustag.

Randbemerkung: Zu allem Übel ist auf dieser Tour auch noch mein kleiner Regenschirm kaputt gegangen. Ein Schirm ist insofern wichtig, als dass man bei Regen die Fotokamera etwas schützen kann und doch noch mal ein Bild schiessen kann.

Sonntag, 12. September 2010

Tag 6: Taupo

Heute habe ich mich mit der Gegend um Taupo beschäftigt. Früh hat es natürlich wie so oft gekübelt ohne Ende. Da aber hier gemeldet wurde, dass es nur einige Schauer gibt, wusste ich, dass es bald aufhört

Zunächst habe ich die Huka-Falls besichtigt. Der Waikato, einziger Abfluss des riesigen Lake Taupo (er hat 47 Zuflüsse!!!) zwängt sich durch einen langen nur wenige Meter breiten Felskanal bevor er 10m über die Huka Falls stürzt.

In der Kraft dieses Flusses steckt natürlich viel Energie, die man sich in Form eines Staudamms zunutze gemacht hat. Dies ist auf starke Kritik gestossen, da viele Stromschnellen entfernt wurden. Ein paar mal am Tag werden die Schleusen geöffnet und die Aratiatia Rapids füllen sich wieder. Dieses Schauspiel habe ich mir angesehen.

Dann gings weiter zu Craters of the Moon. Die Landschaft dort gleicht einer Mondlandschaft und aus jedem Loch dampft es - mitten im Dschungel.

Ein kurzer Walk am Lake Tapo rundeten die Sache ab und ich bin weitergefahren nach Turangi. Dort habe ich mich erstmal in einem Backpacker eingebucht und bin dann weitergefahren nach Tokaanu. Dort gab es heisse Quellen zu besichtigen, die ein Thermalbad speissen. Da ich noch etwas Zeit hatte, habe ich mich im Thermalbad etwas relaxed.

Nachtrag: Gestern beim  Tongariro Crossing habe ich leider meine Base-Cap verloren/liegen lassen. Ich musste mir heute Ersatz besorgen :-( Eine Base-Cap ist unwahrscheinlich wichtig gegen Regen....

Wetter in Neuseeland

Man, ich hatte schon mit Regen gerechnet - aber was hier alles runterkommt ist schon der Wahnsinn. Gute Regensachen sind absolut Pflicht. Ich hatte noch keinen Tag ohne dass es geregnet hat. Jeans sind hier absolut Fehl am Platz.

Ein Einheimischer in Rotorua meinte, dass es zig Mikro-Klimazonen in Neuseeland gibt und weil das Wetter von mehreren Seiten auf die Insel drückt, es schwer vorzusagen ist. Die meisten Vorhersagen ausländischer Wetterdienste sind oft ungenau oder falsch. Die Web-Seite, nach der sich die offiziellen iSites richten, ist metservice. Wenn man im iSite nach dem Bergwetter fragt, schauen sie dort immer nach. Und ich habe es mal eine Zeit lang verfolgt: Es stimmt meist auch für das Umland. Morgen, wo ich den Tongariro Nationalpark nochmal besuchen will, schreiben sie am Morgen einige Schauer und  geht Nachmittag über in Regen. Da muss ich mich sputen :-)

Samstag, 11. September 2010

Tag 5: Tongariro Crossing Extreme


Der Tongariro Crossing ist einer der Great Walks Neuseelands (die Great Walks sind von der Regierung Neuseelands ausgezeichnet). Oft spielt das Wetter nicht mit und einige Besucher müssen auf diese alpine Wanderung verzichten. Im Sommer sind teilweise mehr als 1ooo Leute auf dem Track (hat uns der Guide verraten) und er ist ziemlich überlaufen. Nicht so im Winter bzw. Frühlingsanfang. Um sicherzugehen, dass man im Winter sicher über den Gipfel kommt, werden Touren mit Guide und Equipment angeboten (wenn man sein eigenes Equipment dabei hat zahlt man trotzdem den vollen Preis von 145$). Im Sommer kann man dafür nur den Transport für 50$ buchen. Naja, ob man den Guide wirklich braucht oder nicht, habe ich gesehen: Früh um 5:15Uhr galt es aufzustehen - jetzt, wo ich mich endlich an das Schlafen hier gewöhnt habe. Um 6:00Uhr kam der Bus zur Abholung, da noch 1,5Stunden zum Fahren waren.

Mit auf der Tour waren ein Engländer, eine Schottin, ein Israeli, eine Malaysin, ein (weiterer) Deutscher und zwei Inder. Was soll ich sagen: bunt gemischte Truppe - und wir hatten wirklich viel Spass.

Zunächst wurde das Equipment verteilt. Es waren doch wirklich welche dabei, die mit Stoff-Turnschuhen daherkamen. Die mussten natürlich mit Wasserdichtem Schuhwerk versorgt werden. Ich habe eigentlich nichts gebraucht, bis auf einen Stock und die Steigeisen. Steigeisen?? Wozu denn das? Der Track windet sich doch "nur" auf ca. 1800m. Naja, alles andere hatte ich selbst.

Dann kam der Guide dazu: Sarah - ein ganz netter Kiwi. Sie hatte einen Rucksack auf, der glaube ich ca. 15kg gewogen hat und in dem lauter Zeugs für die Gruppe unterwegs drin war, wenn noch jemand irgend ein Equipment gebraucht hätte - wie z.B. zusätzliche Jacke. Auch Eispickel war mit an Bord.

Wir werden also zum Base Camp gekarrt und starten die Tour, dier erstmal relativ leicht bergauf geht. Nach ca. einer Stunde und super Ausblicke (man konnte bis zur Westküste sehen, z.B. den Mt. Taranaki - 80km weg - den ich auch noch besuchen werde) machten wir die erste Rast. Das zweite Stück war ziemlich steil und wir passierten die ersten kleineren Schneefelder. Der Schnee wurde aber immer mehr. Sarah meinte, letzte Woche noch war Schnee bis auf 800 m gelegen (auf ihrem Hausdach). Wir kommen zum ersten Kratersee. Leider sieht der nicht so aus, wie auf Bildern (Türkisfarben), sondern zugeeist. Der Schnee war nun so hoch, dass man teilweise Knöcheltief eingesunken ist. Wir mussten einmal einen Bach passieren - dieser war aber komplett mit Schnee zugedeckt. Einzig, woran man den Bach erkannt hat: Man ist 1 m tief eingesunken. Sarah hat uns einen guten Weg drüber gesucht und ist selber immer fast im Schnee versunken (das wäre was für dich Andi aus Wien - schöne Grüsse).

Der Wind wurde immer stärker und wir mussten in der Gruppe ganz eng zusammen kommen, dass wir Sarah verstanden haben. Durch den eisigen Wind ist scheinbar der nun dort liegende Schnee auch zu Eis geworden und es war Spiegelglatt. Wir eiern also über das Eisfeld und irgendwann gings nicht mehr weiter. Wir mussten die Crampons (Steigeisen) anlegen. Das hat eine halbe Ewigkeit gedauert, bis jeder diese Dinger dran hatte. Nebenbei bemerkt hatten wir aber immer super Aussichten - das Wetter selbst war momentan nicht so schlecht. Wir gingen in Zweier-Gruppen, wo jeder auf den anderen aufpassen konnte. Das ging ganz gut. Nur das letzte 100m Stück hoch zum Gipfel mussten wir weglassen - Sarah meinte, dass es teilweise zu heftige Windstösse geben würde und es zu gefährlich sei, den Gipfel zu besteigen.

Wir suchten uns eine Windgeschützte Raststelle und blieben da erstmal 15 Minuten. Es war richtig kalt. Wir hatten alle dicke Handschuhe an - wie im Winter halt. Dann gings weiter - wir stiefeln los, aber es bleiben zwei zurück - die Inder sind scheinbar am Ende ihrer Kräfte und Sarah musste ihnen extra Mut zusprechen, dass es weiter geht. Irgendwann sind die ganz langsam nachgekommen.

Nun gings zum Abstieg. Mittlerweile hat es etwas zugezogen gehabt und es fing das Schneien an. Wir laufen bis zu einer Hütte, wo wir kurz Rast machen. Leider keine gute Sicht mehr, da alles zugenebelt. Dann die letzten 1,5 Stunden durch einen sich schier endlos hinziehenden Regenwald zum Bus. Tongariro Crossing Extreme. In Summe hat die Tour echt Spass gemacht.

Ich habe ein Video von Sarah, unserem Guide hochgeladen. Gleich daneben sind die schnellen Inder.

Freitag, 10. September 2010

Tag 4 - auf dem Weg nach Taupo

Alles war angerichtet fuer den Bootstrip und der dampfenden Vulkaninsel. Sogar das Regnen hats aufgehört und die Sonne schien (das erste mal). Um 7:50Uhr wollte der Veranstalter nochmal anrufen, ob die Tour nun endgültig stattfindet. Der Anruf kam prompt - allerdings mit keiner guten Nachricht: die Tour findet nicht statt weil es zu risikoreich mit dem Wetter ist. Also erneut Pläne ändern.

Da die Tour bereits bezahlt war, musste ich mir das Geld im iSite zurückerstatten lassen. Anstatt habe ich zwei andere Touren für diesen Tag im Paket gebucht: Wai-o-Tapu und das Waimangu Volvanic Valley. Ich muss sagen: Das schlechte Wetter an der Küste hat mir nicht nur ne Menge Geld gespart, sondern auch noch einen wirklich unübertroffenen Tag geschenkt. Zunächst musste ich nach Wai-o-Tapo fahren, obwohl es 15km weiter ist als das Vulkan Valley: Pünktlich um 10:30Uhr wird ein Geysir aktiv für eine Stunde. Um dies nicht zu verpassen, habe ich den Umweg in Kauf genommen. Irgendwas (Seifenpulver?) hat der Angestellte in das Loch des (noch nicht ausgebrochenen) Geysirs geschüttet - wahrscheinlich soll dies wie eine Art Katalysator wirken. Und Tatsache ist der Geysir aktiv geworden um die Uhrzeit. Da dieser Geysir nicht auf dem Gelände des Parks ist, wo alle anderen Attraktionen zu sehen sind, sondern 5Minuten mit dem Auto weiter, war es ein regelrechtes Männchenlaufen um die Uhrzeit. Sonst gab es in dem Park noch jede Menge heisse Quellen und Schlammtöpfe zu sehen - aber anders als in Rotorua in den unterschiedlichsten schrägen Farben. Z.B. war ein See mit Neon-Grün dabei. Alles war auch sehr aktiv und hat geblubbert und sonst noch was. In Summe habe ich mich ca. 3h in dem Park aufgehalten. Als zweites Event stand Vulkan Valley auf dem Programm. Ein 2h Wanderweg, der so klasse war, dass ich ihn auf 3h ausgedehnt habe. Man hatte bereits kurz nach dem Eintritt des Parks den ersten Oha-Effekt. Man hatte einen Wahnsinns Ausblick auf einen Vulkan. Alles war mit Farnen und Bäumen bedeckt und zwischen den Bäumen kam Rauch raus. Wenn man ein Stück weiter läuft, weiss man, woher der Rauch kommt: Von einem heissen See um den sich der Wanderweg schlängelt und immer wieder klasse Blicke auf diesen freigibt. Das Zusammenspiel mit den Sonnenstrahlen hat diesen Wanderweg zu einem der Besten Sights gemacht, das ich je gesehen. habe. Irgendwann hat es dann doch mal kurz angefangen zu regnen - war aber gleich wieder vorbei. Als abschliessendes Highlight habe ich noch schwarze Schwäne beobachten dürfen. Einer hatte sogar ein Nest gehabt mit einen Jungen drin. Komischerweise war der Kleine Weiss!!! Tja, Kuckuckskinder gibts nicht nur bei Menschen.

Zum Übernachten bin ich dann weitere 5okm nach Taupo gefahren, wo der 3.grösste Supervulkan zuhause ist - der größte ist im Übrigen Yellow Stone Park.
Da ich das Wetter immer sehr genau verfolge für den Nationalpark Tongoria und dieses nur morgen einigermaßen dort ist, habe ich mich heute bereits für das Tongariro Crossing vormerken lassen. Die Tour findet statt, wenn genügend Leute zusammenkommen. Morgen früh um 5:30Uhr muss ich nochmal anrufen und bestätigen lassen. Hoffentlich klappts diesmal. Um 6:00 würde es dann losgehen (weil die Anfahrt doch noch ziemlich weit ist). Aber die nächsten Tage schauts eben Wetterbedingt nicht so toll aus. Auf der Tour selbst wird man von Guides begleitet, da diese Tour in den Wintermonaten relativ schwierig ist und schon (zu) viel passiert ist. Na mal schauen.

Donnerstag, 9. September 2010

Tag 3 - Rotorua

Heute morgen habe ich verstanden, warum die Bootstour abgesagt wurde: Es regnete den ganzen Tag mit nur wenigen Pausen, und zwar richtig heftig und noch dazu war alles ziemlich zugezogen - die Sicht also miserabel. Ich fahre also erstmal nach Rotorua. Es sind gute Ein-Einviertel Stunden zu fahren. Unterwegs habe ich an den Hells Gate angehalten - ein Thermalfeld, das heißen Schlamm in das Gleichnamige Spa liefert. Poooaah hat das gestunken. Wie verfaulte Eier - wie übrigens auch in ganz Rotorua wenn der Wind grad schlecht steht. Mittlerweile hat es etwas nachgelassen mit Regen. Ich bin in die Stadt zum iSite (dem Info-Büro) gefahren und mir einige Auskünfte geholt. Unter anderem wollte ich eine Abendveranstaltung der Maori buchen. Es gab 5 zur Auswahl: 3 davon draussen - bloss nicht. Ich wählte die Traditional Maori Show & Feast. Weiterhin konnte man von hier aus nochmal White Island buchen für Freitag wo die Wetteraussichten gut sind. Mitten in Dorf gab es dann einen ganzen Park mit Thermalquellen. Wenn man hinfährt, sieht man bereits von Weitem den Dampf aufsteigen. Die Quellen selbst sind mit einem Zaun umrahmt, damit sich die Urlauber wahrscheinlich nicht die Füsse verbrennen. Es waren ne ganze Menge an Quellen dort - ich habe sie mir alle angeschaut. Bei den einen ist Schlamm drin, bei anderen Wasser, bei den anderen blubberts und aus allen dampfts. Es gibt auch kleine künstlich angelegte (wie Swimming-) Pools, wo man seine Füsse reinhängen kann. Es hat wieder stärker angefangen zu regnen. Ich hatte (noch) keine Regenhose an und war im Eifer des Gefechts Patschnass. Also erstmal umziehen. Am Nachmittag bin ich dann den 2Stündigen Track um den Blue Lake gelaufen. Ausgerüstet mit Regenkleidung und Schirm ist man trotzdem nass - von aussen durch den Regen und von innen - ähem, naja man kann sichs denken, wenn man Luftdicht verpackt ist. Auf jeden Fall war ich der Einzige, der sich eingebildet hat, da drum rum zulaufen. Keine Menschenseele habe ich getroffen.

Nach einer Dusche gings dann weiter zum Maori Abend inkl. Abendessen. Zuerst war das Buffet dran und dann gings mit der Show los. Mit am Tisch sassen ein Pärchen aus Australien und zwei Paare aus USA. Die Aussies waren natürlich wieder super nett und wir hatten super viel Spaß. Sie erzählten, dass sie gerade in Christchurch waren, als das Beben war - muss echt schlimm gewesen sein. Bei der Show wurden dann auch Leute aus dem Publikum auf die Bühne geholt. Zuert Frauen und beim nächten Tanz einige Männer, die dann u.a. Zunge blecken dürfen. Ich weiß nicht warum er mich ausgewählt hat - vielleicht weil er in meine vom Jetlag immer noch sehr müden Augen geblickt hat. Ich wurde in die Tanzkunst der Maori eingeführt und durfte Zunge blecken. Als Belohnung habe ich eine Holzfigur zum Umhängen bekommen, was auch immer das sein soll, ich habs nicht verstanden. Zurück im Hostel hab ich noch nach meiner Tour morgen nach White Island gefragt - die wollten anruefn und bestätigen ob die Tour stattfinden. 50:50 hiess es jetzt und es wird morgen entschieden. Nicht schon wieder Regen....